Geschichte

Schon im Jahre 1923 versuchten Herr Josef Hammer aus Sukdull und Herr Josef Reiter aus Wildon, einen Musikverein zu gründen und veranstalteten dafür eine Sammlung zur Anschaffung von Instrumenten. Die Gruppe erhielt den Namen „Jung-Steirer-Bund“, die Leitung hatte Herr Josef Staar aus Neudorf inne. Obgleich sich zwanzig Musiker fanden, löste sich die Kapelle bald wieder auf.

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Im Schloss Wildon, in dem neben dem Siechenhaus während des 2.Weltkrieges ein Versorgungsdepot eingerichtet worden war, lagerten Musikinstrumente, die nach Ende der Kriegswirren von beherzten Wildonerinnen und Wildonern rechtzeitig „in Sicherheit“ gebracht worden sind. Diese Instrumente stellen den Grundstock der „Ausrüstung“ der neuen Kapelle dar – eine Kontrabasstuba aus diesem Fundus ist nach wie vor in Verwendung.

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Im Jahre 1949 wurde die Ortmusikkapelle Wildon gegründet: Dies war die eigentliche Geburtsstunde der Wildoner Musikkapelle. Gleich begann August Zöbl mit der Ausbildung talentierter junger Burschen aus der Pfarre Wildon zu Blasmusikern.

Pechmann

Obmann Bgm. Alois Pechmann

1953 wurde die Kapelle in „Pfarrmusik Wildon“ umbenannt und trat dem „Bund der Blasmusikkapellen Steiermark“ bei. Obmann wurde der damalige Bürgermeister Alois Pechmann, Kapellmeister blieb weiterhin August Zöbl. Die Uniform bestand aus langer schwarzer Hose, grauer Bluse in Militärform und aus einer grauen Tellermütze. Bald gab es Ausrückungen zu den verschiedensten Anlässen, auch der Brauch des „Neujahr-Geigens“ wurde gepflegt.

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Zu Ostern 1960 erhielten die Musiker die neue „Erzherzog-Johann-Tracht“.

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Nach internen Umstimmigkeiten, die die Einstellung des Spielbetriebs für einige Monate zur Folge hatte, übernahm David Donner das Amt des Obmannes, Kapellmeister wurde Hannes Hammer. Sogleich begann die Probenarbeit. Noch 1969 wurde das erste Weihnachtswunschkonzert, damals noch im Herrandsaal, veranstaltet. Die Tradition, ein Konzert zur Weihnachtszeit aufzuführen, ist seither ein wesentlicher Teil unserer musikalischen Arbeit.

HHammerKplm. Hannes Hammer (1969-1985)

donnerdavidObmann David Donner (1969 – 1972)

Weghofer_JohannObmann Johann Weghofer übernahm den Verein 1972

Seit der Gründung hatte der Musikverein Marktkapelle Wildon keine eigene Heimstatt und probte dort, wo gerade ein Plätzchen frei war: in der Mädchenvolksschule, im Turnsaal der Knabenvolksschule, im Kinosaal, im Pfarrheim und im Taborhof. Aus diesem Grund beschloss der Vorstand 1977, ein eigenes Musikheim zu errichten.

Frau Hilde Adamek stellte in der KG Unterhaus ein Grundstück günstig zur Verfügung, Ing. Ferdinand Hammer übernahm die Planung und nach der Bauzeit von nur zehn Monaten konnte der Musikverein sein neues Heim beziehen. Dank der großzügigen Unterstützung der Gemeinden Wildon, Stocking und Weitendorf, des Landes Steiermark, zahlreicher Sponsoren und dank der Unterstützung der Bevölkerung konnte der Bau, der eine Summe von ca. € 190.000,– gekostet hatte, seiner Bestimmung übergeben werden. Die Musiker und treue Freunde des Vereins leisteten mehr als 6.000 freiwillige Arbeitsstunden und so wurde das Bauwerk im September 1978 seiner Bestimmung übergeben.

Außerdem übernahm eine große Anzahl von Damen die Patenschaft über das Musikheim.

Musikheim_1

Der Tätigkeitsbericht für das Jahr 1978: Neben 70 Proben rückte man 65-mal zu öffentlichen Veranstaltungen aus. Ein Fernsehauftritt, 2 Stadtpark- Brunnenkonzerte in Graz sowie ein Konzert in der Grazer Kongresshalle bildeten die musikalischen Höhepunkte. Zusätzlich organisierte der Verein das 4.Wildoner Volksfest und errichtete das Musikheim.

MV_1978

1981 wurde Obm Johann Weghofer, der krankheitsbedingt Unterstützung in der Vereinsführung benötigte, Harald Lax als geschäftsführender Obmann zur Seite gestellt.

laxOSR Harald Lax

1981 verstarb der Gründer der Pfarrmusik Wildon, Ehrenkapellmeister August Zöbl.

1983 wurde Johann Weghofer Ehrenobmann, die Obmannstelle übernahm Josef Szapacs. Kassier Josef Rossmann berichtete, dass das Musikheim ausfinanziert sei. Daraufhin wurde sogleich der Beschluss gefasst, die neue Tracht anzuschaffen: wir entschieden uns für die original Wildoner Stiefelhosentracht.

sepp_szapacsObmann Josef Szapacs

Im Juni 1983 wurde die neue Tracht gesegnet und der Bevölkerung vorgestellt. Seither ist diese Kleidung das markante Erkennungszeichen unserer Blaskapelle.

mv1983

Das Jahr 1985 brachte große Änderungen im Musikverein Marktkapelle Wildon. Nach einer Auslandsreise im Jänner zur Musikschau der Nationen nach Bremen, der Teilnahme am 3. Steirischen Bläsertag in Graz und einer Konzertreise nach Istanbul im Herbst des Jahres, legte Hannes Hammer im Oktober seine Amt als Kapellmeister nieder.

In der rasch einberufenen außerordentlichen Jahreshauptversammlung wurde Anton Werner zum Obmann gewählt. Als Kapellmeister konnte Fritz Kriebernegg gewonnen werden. Sein vordringlichster Wunsch war, so nahtlos als möglich an die großen Leistungen, die der Verein unter der bemerkenswerten Stabführung seines Vorgängers erbracht hat, anzuschließen. Dass dieser Wunsch vom Erfolg gekrönt wurde, bewies das erste Weihnachtswunschkonzert unter der Stabführung von Fritz Kriebernegg im Dezember 1985.

b10Obmann Anton WERNER

P1010118Kplm. Fritz Kriebernegg

Die Arbeit von Kplm Kriebernegg trug Früchte. So wurde vom 25. bis 27. April 1986 der zweite Tonträger „Marktmusikkapelle Wildon“ bei Tyrolis in Zirl aufgenommen und außerdem nahm der MV Wildon weiterhin bis 2007 an allen Konzertwertungsspielen in Leibnitz teil, wobei jeweils ein ausgezeichneter Erfolg erreicht worden ist.

Außerdem nahm der Musikverein am Landesbläsertag im Grazer Congess am 14. Juni 1990 teil.

Im Juni 1989 führte eine Konzertreise nach Malente/BRD und Roskilde in Dänemark, 1995 eine Reise zum Oktoberfest in Kitchener-Waterloo nach Kanada, wo in zehn Tagen 32 Auftritte absolviert worden sind.

Schon 1994 wurde der nächste Tonträger produziert. Die CD, auf der auch das „Kaiserwaldecho“ mitwirkte, wurde vom Tonstudio Z produziert und trug den Titel „Musik aus Wildon“.

Neben zahlrichen anderen Aktivitäten wurde das Kapellenspiel am Sonntag vor Weihnachten bei Dorfkapellen in der Pfarre Wildon zur von der Bevölkerung gerne angenommen Tradition und als finanzielles, zusätzliches Standbein der Vereinsarbeit begann der Musikverein mit der Abhaltung von Fetzenmärkten.

Im März 2000 besuchter der Musikverein zusammen mit einer Gruppe der Pfarre die Partnerpfarre in Ivanovac, Kroatien. Dieser Ort ist der Heimatort von GR Josef Wendling, der bis zum Herbst 2010 Pfarrer von Wildon war. Dort umrahmten wir einen Gottesdienst und spielten ein Konzert.

Als Zeichen des musikalischen Erfolges wurde dem MV Marktkapelle Wildon im Jahre 2000 und im Jahre 2006 jeweils der Steirische Panther sowie der Robert-Stolz-Preis verliehen. Aus Anlass der ersten Verleihung des Robert Stolz-Preises fand am 4. Juni 2000 ein Konzert im Park der Polytechnischen Schule in Wildon statt, welches auch der Enkel des Komponisten als Ehrengast besuchte und uns zur gelungenen Aufführung gratulierte.

Zum 50jährigen Bestandsjubiläum wurde ein Festkonzert im Hof des Schlosses Schwarzenegg veranstaltet. Dort fand 2001 auch das Konzert „Bella Italia“ statt.

Bilder_auf_mv-pc_022Obfrau Margarethe Kickmaier (2001-2010)

Die Funktionärstätigkeit von Grete Kickmaier begann mit der Wahl zur Schriftführerin im Rahmen der Jahreshauptversammlung am 15.11.1985.

Am 27.4.2001 wurde sie zur Obfrau gewählt und war damit die erste Obfrau im Musikbezirk Leibnitz. In ihrer Ära wurden die traditionellen Aktivitäten fortgesetzt: Forcierung der Jugendarbeit, Umrahmung der kirchlichen Feste, regelmäßige Sommerkonzerte, Fetzenmarkt, Konzert zur Weihnachtszeit, Da Bock unter’m Junkerhuat, Konzerttätigkeit im In- und Ausland – der Höhepunkt war die Konzertreise nach China zum Jahreswechsel 2008/2009.

Im Oktober 2004 erfolgte der Spatenstich zum längst fälligen Um- und Zubau des Musikheimes. Die Eröffnung erfolgte im Rahmen des 3-Tage-Volksfestes am 18.9.2005. Die Finanzierung in der Höhe von ca €450.000,– erfolgte mit Hilfe der großzügigen Unterstützung der Gemeinden Wildon, Weitendorf und Stocking sowie dem Land Steiermark. Der Rest erfolgte durch umfangreiche Eigenleistungen und durch Mittel, die vom Musikverein selbst aufgebracht werden müssen. Das nach den Plänen von Arch. DI Hans Oster sehr gut gelungene Projekt erfüllt alle Anfordernisse, die an ein modernes Musikheim gestellt werden.

Bei der Jahreshauptversammlung 2010 wurde Ing. Gerald Jahrbacher zum Obmann gewählt, da Grete Kickmaier ihre Funktion zurückgelegt hatte. Als Beirat blieb sie jedoch dem Musikverein treu.

Nach 25-jähriger sehr erfolgreicher Tätigkeit als Kapellmeister legte Fritz Kriebernegg seine Funktion zurück. Aufgrund seiner langjährigen erfolgreichen Arbeit wurde er zum Ehrenkapellmeister ernannt.

Die vordringlichste Aufgabe für den neu gewählten Obmann war die Suche nach einem Nachfolger für Fritz Kriebernegg. In einem Bewerbungsverfahren hatten sich 5 großartige Musiker für die Funktion als Kapellmeister beworben. Die Wahl fiel nach reiflicher Überlegung auf den in Wildon als Musikschullehrer tätigen und bekannten Kapellmeister Mag. Daniel Neubauer aus Lebring.

Unter Obmann Ing. Jahrbacher wurden die ersten Weichen zur Anschaffung einer neuen Tracht gestellt.

Nachdem Ing. Gerald Jahrbacher sein Amt zur Verfügung gestellt hatte, wurde Anton Werner, der bereits von 1985 bis 2011 die Obmannstelle ausübte,  wieder zum Obmann gewählt.

Die erste wichtige Aufgabe war die Realisierung der Anschaffung der neuen Tracht. Es wurde beschlossen, wieder die Original-Wildoner-Stiefelhosen-Tracht einzuführen. Nachdem die Finanzierung mit Unterstützung der drei Gemeinden der Pfarre Wildon und des Landes gesichert war, wurde die Tracht in Zusammenarbeit mit dem Steirischen Heimatwerk von der Firma Szapacs angefertigt. Die Eigenmittel, die die Musikkapelle selbst aufzubringen hatte, wurden durch die musikalische Haussammlung größtenteils erbracht. Am 15. Juni 2014 wurde im Rahmen des Wildoner Marktfestes die neue Tracht der Öffentlichkeit präsentiert.